Die Patrone lS

Im Jahre 1936 gab es Bedarf an einer Übungspatrone, die man auf räumlich begrenzte Schießplätze benutzen konnte. Aus diesem Bedürfnis heraus wurde die Patrone "leichtes Spitzgeschoß" entwickelt, sie hat einen tombakplattierten Flußstahlmantel, wobei statt Blei ein Aluminiumkern als Geschoßfüllung verwendet wurde. Mit dieser Patrone wurde hauptsächlich das Schießen auf Luftziele, auf sogenannte Schleppziele geübt.


Eine aufgeschnittene Patrone lS mit leichtem Spitzgeschoß, sehr gut sichtbar ist der Kern aus Aluminium.

Die Messinghülse wurde mit 3 Gramm Nz. Gew. Bl. P. (2 . 2 . 0,45) Nitrozellulose -Gewehr-Blättchen-Pulver (2 . 2 . 0,45) geladen und die Stahlhülse mit 2,85 Gramm Nz. Gew. Bl. P. (2 . 2 . 0,45) Nitrozellulose -Gewehr-Blättchen-Pulver (2 . 2 . 0,45). Das Geschoßgewicht beträgt lediglich 5,55 Gramm und damit erreichte die Patrone mit leichtem Spitzgeschoß eine VO von 900 m/s. Die Geschwindigkeit war sehr hoch, aber aufgrund des sehr leichten Geschosses, verlor es sehr schnell an Energie und die Reichweite betrug nur etwa 2000 Meter. Als äußeres Erkennungsmerkmal dient ein 5 mm breiter grüner Lackstreifen auf dem Hülsenboden. Für die Fertigung der Patrone lS wurden folgende Hülsen verwendet:

Messing - verkupferte Stahlhülsen - verkupfert und lackierte Stahlhülsen - lackierte Stahlhülsen

Die lS Patronen mit einer Messinghülse sind gefertigt aus sogenannten Restposten, Hülsen die übrig geblieben sind bei der Fertigung von anderen Munitionsarten und als Sammellieferung verladen wurde.

Die Hülsen wurden mit einem Zdh. 88 oder Zdh. 30 bestückt, ab dem Jahr 1943 mit Zdh. 30/40.

Eine Faltschachtel mit Patronen lS aus dem Jahre 1937, sie wurden mit Messinghülsen aus einer Polte Lieferung von 1936 gefertigt. Der diagonale grüne Streifen dient der Kennzeichnung von lS Patronen.

Nach der Stahlhülsenproblematik mit sS Patronen im Jahr 1936 entschloss man sich, die Stahlhülsen erstmal nur für Übungsmunition freizugeben. Sie wurden also im großen Ausmaß für die Produktion der Patrone mit leichtem Spitzgeschoß verwendet.

Von 35 bekannten Stahllosen bei Polte im Jahre 1937 sind fast alle als lS, lS Leuchtspur oder als Platzpatrone 33 geladen. Im Jahr 1938 sind von 230 Hülsenlieferungsnummern erst ab Losnummer 160, vereinzelt Patronen sS mit Stahlhülse zu finden.

Eine Patrone lS mit Messinghülse des Herstellers Polte aus Magdeburg, gefertigt im Jahr 1936 mit der Losnummer 97.

Diese Patrone lS mit verkupferter Stahlhülse des Herstellers Hugo Schneider  A.G. Werk Altenburg, gefertigt im Jahr 1939 mit der Losnummer 3.

Eine Patrone lS mit verkupferter und lackierter Stahlhülse des Herstellers Metallwerk Odertal G.m.b.H. aus Bad Lauterberg im Harz. Gefertigt mit der Losnummer 75 im Jahr 1940.

Die Patrone lS wurde auch mit lackierter Stahlhülse gefertigt, hier abgebildet sind zwei Patronen des Herstellers Presswerk G.m.b.H. aus Metgethen in Ostpreußen. Der Hülsenboden links im Bild hat die Markierung "St", es ist also eine normale Stahlhülse. Der Hülsenboden rechts im Bild hat die Markierung "St+", es ist eine Stahlhülse mit veringerter Wandstärke.

Eine Faltschachtel mit Patronen lS, gefertigt im Jahr 1941 mit Stahlhülse. Wie üblich ist der Inhaltszettel mit einem grünen diagonalen Streifen gekennzeichnet, für die Erkennung der Patrone mit leichtem Spitzgeschoß. Außerdem ist der 30 mm breite blaue Streifen angebracht, um die Fertigung mit Stahlhülsen zu kennzeichnen.

 

 

 

Die Patrone lS Lspur

Die Patrone lS wurde auch in einer Ausführung mit Leuchtspur produziert, diese hat einen verkürzten Aluminiumkern und ein Leuchtsatz im Geschoßheck. Sie wurden wie die lS für Übungszwecke gefertigt und zur äußerlichen Erkennung sind 10 mm der Geschoßspitze geschwärzt. Die Patrone lS Leuchtspur wurde durchgehend bis 1945 gefertigt. Welche Einheiten im Jahr 1945, kurz vor Kriegsende, noch bei Übungen auf Schleppzielen geschossen haben entzieht sich meiner Kenntnis.


Die Messinghülse wurde mit 3 Gramm Nz. Gew. Bl. P. (2 . 2 . 0,45) Nitrozellulose -Gewehr-Blättchen-Pulver (2 . 2 . 0,45) geladen und die Stahlhülse mit 2,8 Gramm Nz. Gew. Bl. P. (2 . 2 . 0,45) Nitrozellulose -Gewehr-Blättchen-Pulver (2 . 2 . 0,45). Das Geschoßgewicht beträgt lediglich 6,0 Gramm und damit erreichte die Patrone mit leichtem Spitzgeschoß Leuchtspur eine VO von 860 m/s. Die Geschwindigkeit war sehr hoch, aber aufgrund des sehr leichten Geschosses, verlor es sehr schnell an Energie und die Reichweite betrug nur etwa 2000 Meter. Als äußeres Erkennungsmerkmal dient ein 5 mm breiter grüner Lackstreifen auf dem Hülsenboden und der obere Bereich der Geschoßspitze ist geschwärzt.

Eine aufgeschnittene Patrone lS mit leichtem Spitzgeschoß Leuchtspur, sehr gut sichtbar ist der verkürzte Kern aus Aluminium und der Leuchtsatz im Geschoßheck.

Eine Patrone lS Leuchtspur mit Messinghülse des Herstellers Polte aus Magdeburg, gefertigt im Jahr 1937 mit der Losnummer 4. Die geschwärzte Geschoßspitze kennzeichnet die Ausführung mit Leuchtspur.

Diese Patrone lS Leuchtspur mit verkupferter Stahlhülse des Herstellers Polte aus Magdeburg, gefertigt im Jahr 1937 mit der Losnummer 35.

Eine Patrone lS Leuchtspur mit verkupferter und lackierter Stahlhülse des Herstellers Polte aus Magdeburg, gefertigt im Jahr 1940.

Diese Patrone lS Leuchtspur mit lackierter Stahlhülse des Herstellers Polte aus Magdeburg, wurde auch im Jahr 1940 gefertigt.

Eine Patrone lS Leuchtspur mit lackierter Stahlhülse und Einlochzündung aus sehr später Produktion, gefertigt im Jahr 1945. Der Hersteller ist die Metallwarenfabrik Treubrietzen G.m.b.H. Werk Selterhof.

Eine Faltschachtel mit Patronen lS Leuchtspur, gefertigt im Jahr 1938. Die Messinghülsen sind Restposten und wurden von der Grüneberger Metallgesellschaft m.b.H. aus Grüneberg in Brandenburg angeliefert, sie stammen aus den Jahren 1936 und 1937.


Zwei Faltschachteln mit Patronen lS Leuchtspur, gefertigt mit Stahlhülse, was man sehr gut am 30 mm breiten blauen Streifen erkennen kann.